Laserhaarentfernung: Alexandrit oder Nd, wie viele Sitzungen und welche Risiken?

Laserhaarentfernung: Alexandrit oder Nd, wie viele Sitzungen und welche Risiken?

Laserbehandlung in einer medizinischen Praxis

Medizinischer Ratgeber von Dr. Ästhet Balani – Stuttgart-Feuerbach

Wie funktioniert die Laserhaarentfernung?

Bei der Laserhaarentfernung wird Licht einer bestimmten Wellenlänge vom Melanin im Haar aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Die entstehende thermische Wirkung kann Strukturen des Haarfollikels schädigen und dadurch das Haarwachstum langfristig reduzieren.

Das Verfahren funktioniert nicht bei allen Haaren gleich gut. Besonders dunkle, pigmentierte Haare sind häufig besser behandelbar als weiße, graue oder sehr helle Haare, weil diesen das Zielpigment weitgehend fehlt.

Laserhaarentfernung ist in der Regel als langfristige Haarreduktion zu verstehen. Eine vollständige, lebenslange Haarfreiheit kann nicht garantiert werden.

Warum sind mehrere Sitzungen erforderlich?

Haare durchlaufen unterschiedliche Wachstumsphasen. Laserbehandlungen sind insbesondere bei Haaren in einer geeigneten Wachstumsphase wirksam. Da nicht alle Haare gleichzeitig in dieser Phase sind, reichen meist nicht eine, sondern mehrere Behandlungen.

Die benötigte Anzahl hängt unter anderem ab von:

  • der behandelten Körperregion;
  • Haarfarbe und Haardicke;
  • Hauttyp und Pigmentierung;
  • hormonellen Einflüssen;
  • dem zeitlichen Abstand zwischen den Sitzungen;
  • der verwendeten Technologie und den Behandlungsparametern.

Pauschale Versprechen wie „alle Haare nach fünf Sitzungen dauerhaft entfernt“ sind deshalb wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert.

Alexandritlaser oder Nd:YAG-Laser: Was ist der Unterschied?

Alexandritlaser

Der Alexandritlaser arbeitet üblicherweise mit einer Wellenlänge von 755 nm. Diese wird vergleichsweise gut von Melanin absorbiert und kann bei geeigneten helleren Hauttypen mit dunklen Haaren effektiv sein.

Da auch das Melanin der Haut Energie aufnehmen kann, muss die Eignung bei stärker pigmentierter oder gebräunter Haut besonders sorgfältig beurteilt werden.

Nd

Der langgepulste Nd arbeitet typischerweise mit 1064 nm. Diese Wellenlänge wird vom Melanin der Haut weniger stark absorbiert als 755 nm und kann deshalb bei geeigneten dunkleren Hauttypen Vorteile bieten.

Das bedeutet nicht, dass jede Nd automatisch risikofrei ist. Auch hier können Verbrennungen, Blasen oder Pigmentveränderungen auftreten, wenn Gerät, Einstellungen oder Anwendung nicht zur individuellen Situation passen.

Welche Technologie ist besser?

Es gibt keine universell beste Technologie für jeden Menschen. Die Entscheidung hängt vom Hauttyp, der Haarbeschaffenheit, der behandelten Region und der technischen Ausstattung ab.

Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass verschiedene Lasersysteme eine längerfristige Haarreduktion ermöglichen können. Die direkte Vergleichbarkeit der Studien ist jedoch begrenzt, unter anderem durch unterschiedliche Geräte, Parameter, Körperregionen und Nachbeobachtungszeiten.

Quelle: M. L. et al. Efficacy of lasers and light sources in long-term hair reduction: a systematic review. Journal of Cosmetic and Laser Therapy, 2022.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35634805/

Eine weitere Netzwerk-Metaanalyse untersuchte 13 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 652 Teilnehmenden. Die Ergebnisse unterstützen die Wirksamkeit von Laser- und Lichtverfahren, erlauben aber keine pauschale Aussage, dass ein Gerät für sämtliche Haut- und Haartypen überlegen ist.

Quelle: Efficacy of Laser in Hair Removal: A Network Meta-analysis.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37493187/

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Vorübergehende Rötung und eine leichte Schwellung um die Haarfollikel können nach der Behandlung auftreten.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Schmerzen oder ein Brennen während der Behandlung;
  • Blasenbildung und Verbrennungen;
  • vorübergehende oder länger anhaltende Hyper- beziehungsweise Hypopigmentierung;
  • selten Narbenbildung;
  • bei bestimmten Gesichtsregionen auch unerwünschte Haarstimulation in angrenzenden Bereichen.

Die Risiken hängen von der individuellen Haut, der Wellenlänge, der Energiedichte, der Pulsdauer, der Kühlung und der Durchführung ab.

Eine fachgerechte Hautbeurteilung und die Einhaltung der gerätespezifischen Sicherheitsvorgaben sind daher wesentlich.

Was sollte man vor und nach der Behandlung beachten?

Vor der Behandlung sollten eine frische Bräunung, relevante Medikamente, Hauterkrankungen, frühere Reaktionen und mögliche Kontraindikationen angesprochen werden. Die Haare werden üblicherweise entsprechend dem Behandlungsprotokoll rasiert; das Zupfen oder Wachsen kann die Behandlung beeinträchtigen, weil dabei das Ziel im Haarfollikel entfernt wird.

Nach der Sitzung sollte die behandelte Haut schonend gepflegt und vor intensiver UV-Exposition geschützt werden. Weitere konkrete Maßnahmen richten sich nach Gerät, Hautreaktion und Behandlungsregion.

Bei starken Schmerzen, Blasen, zunehmender Schwellung oder auffälligen Hautveränderungen sollte eine medizinische Beurteilung erfolgen.

Für wen ist die Behandlung nicht geeignet?

Nicht jede Körperregion und nicht jede Haar- oder Hautkonstellation eignet sich gleichermaßen. Besonders bei sehr hellen oder pigmentlosen Haaren ist die Erfolgsaussicht oft eingeschränkt.

Bei aktiven Hautinfektionen, frischer Bräunung, bestimmten Medikamenten oder anderen relevanten medizinischen Faktoren kann eine Behandlung verschoben, angepasst oder ausgeschlossen werden müssen. Die konkrete Entscheidung erfolgt nach individueller Beurteilung.

Fazit

Alexandrit- und Nd können bei geeigneten Voraussetzungen eine wirksame langfristige Haarreduktion ermöglichen. Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt insbesondere von Hauttyp, Haarpigmentierung, Körperregion und Geräteeinstellungen ab. Mehrere Sitzungen sind normalerweise notwendig; ein vollständig dauerhaft haarfreies Ergebnis kann nicht zugesichert werden.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Untersuchung oder Beratung.

Über den Autor: Dr. Ästhet Balani, Praxis für ästhetische Medizin, Stuttgart-Feuerbach.

Weiterführend: Informieren Sie sich über die in der Praxis angebotene Laserhaarentfernung und lassen Sie die Eignung für Ihren Haut- und Haartyp individuell beurteilen.

Dr. Ästhet Balani

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